Platzt jetzt die KI-Blase? Was Anleger jetzt wissen müssen
38 Grad draußen, Polos statt Anzüge – und trotzdem ein Thema, das die Finanzwelt seit Monaten beschäftigt: Platzt jetzt die KI-Blase? In der sechsten Folge von Gentlemen InVests diskutieren Tim und Mark, ob KI eine echte Bubble ist, was sie von der Dotcom-Blase unterscheidet – und welche Firmen am Ende als Gewinner dastehen könnten.
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Gibt es eine KI-Blase – oder ist das erst der Anfang?
Tim fragt direkt: Siehst du eine KI-Bubble? Marks Antwort: „Jein.“ Einerseits fließen massive Gelder in KI-Firmen, die sich gegenseitig pushen und deren Gewinne noch weit hinter den Investitionen zurückbleiben. Andererseits ist die Technologie real, der Nutzen evident – und viele der größten Unternehmen stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung.
Die entscheidende Frage: Sind wir am Anfang, mittendrin – oder schon auf dem Höhepunkt? Beide sind überzeugt: Wir stecken noch in den Kinderschuhen. ChatGPT, Bildgenerierung, KI-Assistenten – das, was wir heute kennen, ist erst ein Bruchteil dessen, was KI langfristig leisten wird.
KI ersetzt Jobs: Was das für Kreativberufe bedeutet
Ein konkretes Beispiel aus dem Alltag von Tim und Mark: Früher haben sie für Werbeanzeigen einen Grafikdesigner beauftragt. Heute erledigt das KI in Minuten – Bild, Text, Gestaltung. Kein Auftrag mehr, kein Honorar mehr. Das ist kein hypothetisches Zukunftsszenario, das passiert gerade.
Für Fotografen, Filmemacher, Texter und Designer wird sich in den nächsten Jahren einiges verändern. Die Richtung ist klar: Berufe, die auf repetitiven kreativen Aufgaben basieren, stehen unter Druck. Das erklärt auch, warum so viel Geld in KI-Aktien fließt.
KI-Blase vs. Dotcom-Blase: Was ist diesmal anders?
Der Vergleich liegt nahe: Auch in den späten 90ern wurde massiv in Internetfirmen investiert – Bewertungen weit jenseits jeder Realität, dann der Crash. Viele kleinere Firmen verschwanden. Aber Amazon, Google und Microsoft überlebten und wurden zu den wertvollsten Unternehmen der Welt.
Tim und Mark sehen eine ähnliche Dynamik bei KI. Ja, es wird Korrekturen geben. Ja, kleine Firmen werden scheitern. Wer aber blind in jeden Penny-Stock mit „KI“ im Namen investiert, geht ein unverhältnismäßiges Risiko ein. Die großen, etablierten Player – Nvidia, Microsoft, Meta – werden bleiben.
Rote Zahlen im Depot: Die aktuelle Korrektur
Tim gibt offen zu: Er sieht gerade 40–50 % Minus bei einer seiner KI-Positionen. Schmerzhaft – aber kein Grund zur Panik, wenn man langfristig investiert und von der Technologie überzeugt ist. Wichtig dabei: Nur Geld investieren, dessen Verlust man auch wirklich verkraften kann.
Bei Nebius Group lief es besser: Bei 77 Dollar eingestiegen, zwischenzeitlich über 200 % im Plus, einen Teil mit Gewinn verkauft. Jetzt nähert sich der Kurs wieder dem Einstiegsniveau. So ist der Markt – und genau das unterscheidet Investoren von Spekulanten: die Fähigkeit, ruhig zu bleiben.
Strom als KI-Schlüssel: Nebius, Iren & SpaceX
Tim teilt seine persönlichen KI-Favoriten – ausdrücklich keine Anlageberatung: Nebius Group und Iren. Warum Iren? KI braucht gigantische Mengen an Strom. Rechenzentren laufen rund um die Uhr, die Kühlung ist ein enormer Kostenfaktor. Iren stellt genau diesen Strom zur Verfügung – ein oft übersehener, aber kritischer Teil der KI-Infrastruktur.
Mark hält zudem SpaceX-Aktien: Elon Musk plant Datenzentren im Weltraum – Sonnenstrom direkt, automatische Kühlung durch Weltraumtemperaturen. Ob das in 10 oder 30 Jahren Realität wird, ist offen. Als langfristiges Investment bis 2035–2040 bleibt Mark dabei.
Fazit: Die KI-Blase – real, aber anders als erwartet
Eine KI-Blase existiert – zumindest in Teilen des Marktes. Aber sie wird nicht wie die Dotcom-Blase alles mit sich reißen. Die Technologie ist real, die Anwendungsfälle wachsen täglich, und die größten Firmen haben solide Fundamente. Was kommen wird: Korrekturen, Verlierer unter kleineren Playern, und eine Konsolidierung um die wirklich starken Unternehmen.
Wer investiert, sollte das diversifiziert und langfristig tun – und nur mit Kapital, dessen Verlust verkraftbar ist. KI ist keine Modeerscheinung. Aber auch kein risikofreies Ticket zum Reichtum.
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